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TIGER – Transsektorales Interventionsprogramm zur Verbesserung der Geriatrischen Versorgung in Regensburg

TIGER – Transsektorales Interventionsprogramm zur Verbesserung der Geriatrischen Versorgung in Regensburg

Wenn alte Menschen aus dem Krankenhaus nach Hause kommen, fällt es ihnen oft schwer, sich im Alltag wieder zurecht zu finden. Die Konsequenz: Nur kurze Zeit später müssen sie erneut in die Klinik.

Im deutschen Gesundheitswesen besteht derzeit noch Handlungsbedarf in der kontinuierlichen Versorgung beim Übergang von stationärer zu ambulanter Behandlung. Zunehmend wird die Notwendigkeit einer hier angreifenden integrierten und sektoren-übergreifenden Versorgung für ältere Patienten jedoch erkannt.
Im Forschungsprojekt TIGER des Instituts für Biomedizin des Alterns (IBA) der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) wird nun mit mehreren Kooperationspartnern in einer Studie am Krankenhaus Barmherzige Brüder in Regensburg untersucht, ob eine gezielte und für bis zu 12 Monate kontinuierliche Betreuung während der Übergangszeit vom Krankenhaus nach Hause zu weniger Wiedereinweisungen führt.

Teufelskreis der Wiedereinweisungen

Was ist das Ziel?

TIGER möchte Wege finden, um diesen Kreislauf zu durchbrechen. Älteren Menschen in Deutschland soll der Übergang vom Krankenhaus zurück in die häusliche Umgebung erleichtert und damit die Zahl der Wiedereinweisungen verringert werden. Dafür werden geriatrisch spezialisierte Fachkräfte, sogenannte „Pfadfinder“ eingesetzt.

Wer führt das Projekt durch?

Das Forschungsprojekt TIGER wird finanziert durch den Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschusses und geleitet vom Institut für Biomedizin des Alterns der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. Die praktische Durchführung erfolgt durch geriatrisch spezialisierte Fachkräfte des Krankenhauses Barmherzige Brüder Regensburg, unterstützt vom Regensburger Ärztenetz und der AOK Bayern. Die wissenschaftliche Auswertung und Veröffentlichung erfolgt durch die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, das Institut für Pflegewissenschaft an der Universität Bielefeld und den Bundesverband Geriatrie. Der Übertrag in die Versorgungspraxis wird durch den Bundesverband Geriatrie durchgeführt.

Wie läuft das Projekt ab?

Die Pfadfinder lernen die Patienten bereits im Krankenhaus kennen und entwickeln gemeinsam mit ihnen, ggf. deren Angehörigen, dem Fachpersonal des Krankenhauses, sowie nach der Entlassung in enger Absprache mit deren Haus- oder Fachärzten, eine individuelle und den Bedürfnissen und Zielen der Patienten angepasste Versorgungsplanung. Sie unterstützen die Patienten durch Hausbesuche und Telefonate und bleiben bis zu zwölf Monate in Kontakt. Sie sind Bindeglied und Koordination zwischen Patienten, Haus- und Fachärzten, Krankenhaus und ambulanten Gesundheitsanbietern vor Ort, führen jedoch selbst keine Gesundheitsleistungen durch. Die Pfadfinder bieten den Patienten Hilfe zur Selbsthilfe, z.B. für den Umgang mit der Erkrankung und funktionellen Beeinträchtigungen, sowie mit Anbietern des Gesundheits- und Sozialwesens.

TIGER-Studie:

Spezialisierte Fachkräfte („Pfadfinder“) unterstützen ältere Menschen der Interventions-gruppe und ihre Angehörigen beim Übergang vom Krankenhaus zurück nach Hause

Nähere Informationen finden sie hier im Flyer.

Wer fördert das Projekt ?

Das TIGER-Projekt wird mit Mitteln des Innovationsausschusses beim Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) unter dem Förderkennzeichen 01NVF17005 gefördert.

Der G-BA hat den Auftrag, neue Versorgungsformen, die über die bisherige Regelversorgung der gesetzlichen Krankenversicherung hinausgehen, und Versorgungsforschungsprojekte, die auf einen Erkenntnisgewinn zur Verbesserung der bestehenden Versorgung ausgerichtet sind, zu fördern. Ziel des Innovationsfonds ist eine qualitative Weiterentwicklung der Versorgung in der gesetzlichen Krankenversicherung in Deutschland.